2001 - Wasserleichen / Seefahrer
Im Sommer 2000 ereignete sich eine Tragödie, die weltweit für Bestürzung sorgte: Das russische Atom-U-Boot Kursk sank in der eisigen Barentssee, wobei 118 Seeleute ihr Leben verloren. Dieses Ereignis hinterliess auch bei uns einen tiefen Eindruck. Als wir uns auf die Fasnacht 2001 vorbereiteten, beschlossen wir, ein Thema zu wählen, das unsere Liebe zur gruseligen Tradition widerspiegelte. So entstand die Idee des makabren Sujets „Wasserliiche“.
In der frühen Planungsphase waren wir von der dunklen Faszination dieser Idee angetan. Wir stellten uns vor, wie wir als geisterhafte Wasserleichen durch die Gassen von Luzern ziehen und die Zuschauer mit unserer Darstellung in eine schaurige Stimmung versetzen würden. Die Umsetzung begann mit grossem Enthusiasmus: Unser Maskenkünstler Basil entwarf beeindruckende Grinde und Kostüme, die uns wie lebendig gewordene Geister aus der Tiefe erscheinen lassen sollten.
Doch je näher die Fasnacht rückte, desto mehr wurden wir von einem unguten Gefühl begleitet. Die Tragödie der Kursk war noch frisch in den Köpfen der Menschen, und wir begannen zu zweifeln, ob es respektvoll wäre, solch ein sensibles Thema auf eine festliche und ironische Weise darzustellen. Während einer unserer hitzigen Diskussionen im Rütli-Saal wurde klar, dass wir unser Sujet überdenken mussten.
Schliesslich fiel die Entscheidung: Aus den „Wasserliiche“ sollten „Seefahrer“ werden. Wir wollten die maritime Thematik beibehalten, aber ohne die tragische Verbindung. Stattdessen stellten wir uns nun als abenteuerlustige Seefahrer dar, die die sieben Weltmeere erkunden und dabei allerlei Geschichten und Geheimnisse mit sich bringen. Der Wechsel des Sujets war ein gemeinschaftlicher Entschluss, der uns alle erleichtert aufatmen ließ.
Zahlen und Fakten
- Präsident: Jan Bühler
- Tambourmajor: Roger «Rime» Reinmann
- Sujet: «Seefahrer» (ursprünglich «Wasserliiche»)
- Maskenkünstler: Basil Koch
- Anzahl Mitglieder: 33